Heldengedenken in Wunsiedel – Naziaufmarsch am 14.11.15

Am Samstag, den 14.11.15  fand wie jedes Jahr in Wunsiedel  der Heldengedenkmarsch der Neonazistischen Partei „Der III Weg“ statt. Bis zu 230 Neonazis aus ganz Deutschland reisten nach Wunsiedel. um an ihren Helden „Rudolf Hess“ zu gedenken. Dieses Jahr fand ebenfalls eine Antifaschistische Demonstration  mit etwa 120 Teilnehmern statt.

Antifaschistische Demonstration

Am Samstag, den 14.11.15 wollten in Wunsiedel wieder Neonazis durch die Straßen marschieren und um ihre Helden trauern. Etwa 120 Antifaschistinnen und Antifaschisten versammelten  sich am frühen Nachmittag um 13:30 Uhr vor dem Gymnasium.  Mit einer Demonstration zogen sie etwa einen Kilometer durch die Stadt. Kurz nach dem Ende verteilten sich mehrere Antifagruppen in der Stadt. Später standen etwa 300 Gegendemonstranten an der Route.

In einem antifaschistischen Aufruf heißt es:

GEGEN JEDEN OPFERMYTHOS!

Bei aller derzeitigen Agitation gegen Geflüchtete will der III. Weg natürlich auch seine geschichtlichen Wurzeln und Vorbilder nicht vergessen: Im Aufruf zur Nazidemonstration wird von “deutschfeindlichen Geschichtslügen” gejammert und anschließend pathetisch beklagt: “…sie trampeln auf dem Andenken unserer Toten herum”. Dabei ist das “Heldengedenken” der Nazis 70 Jahre nach der Niederlage des Faschismus näher an der offiziellen bundesdeutschen Gedenkpraxis angesiedelt, als es sowohl den Nazis als auch der gutbürgerlichen “Mitte” lieb sein dürfte. Denn auch diese übt sich in der Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen, indem mit dem “Volkstrauertag” am 15.11. ein Gedenktag begangen wird, der bereits zu Zeiten der Weimarer Republik zum Gedenken an die Soldaten des ersten Weltkrieges eingeführt wurde und auch im Nationalsozialismus gefeiert wurde – als “Heldengedenken”, soweit der historische Bezug der Demonstration. Der Volkstrauertag in seiner heutigen Form will offiziell allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gedenken – und bewirkt damit, dass “die deutsche Täterschaft im unterschiedslosen Gedenken an die »Kriegstoten« und sogenannte »Opfer von Gewaltherrschaft« untergeht bzw. dem Vergessen preisgegeben wird” (2). Die Ideologie des neonazistischen “Heldengedenkens” und das gern beschworene Bild der “heldenhaften deutschen Soldaten” steht dabei für Nationalismus, Militarismus und in letzter Konsequenz für die Shoa, die industrielle Ermordung von Millionen jüdischen Menschen, Sinti und Roma sowie politischen GegnerInnen des nationalsozialistischen Regimes.

Kommt am 14.11. nach Wunsiedel und beteiligt euch an den Gegenaktionen zum Aufmarsch! Es wird dieses Jahr eine Antifaschistische Demo stattfinden. Diese beginnt um 13:30 Uhr am Gymnasium Wunsiedel.“

 

Heldengedenken

Seit über zwei Jahrzehnte fahren mehrere hundert Neonazis jährlich nach Wunsiedel, um ihren Helden „Rudolf Hess“ zu gedenken. Mit mehreren Fahnen, Transparenten und zwei Trommeln ziehen sie jedes Jahr durch die bayrische Stadt. Dieses Jahr meldeten die Nazis erst um 16 Uhr die Demonstration an, um dann im Dunkeln mit Fackeln zu marschieren.

Um 16 Uhr trafen  sich die Nazis wie jedes Jahr auf einem Platz vor einem Baumarkt. Mit der Zeit kamen immer mehr bekannte Neonazis aus ganz Bayern. Als die Reden begannen war es schon fast dunkel. Als erster Redner sprach Bisinger. Unter den weiteren Rednern war auch Thomas Steiner Wulf, welcher bei der Zwischen Kundgebung sprach.

Weitere Bilder des Aufmarsches

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s