Interview zum Indepentent punkfilm – Island of Individuals

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Im Jahre 2089 flüchten Kinder von einer terrorisierenden Erwachsenendiktatur auf eine geheime Inselkolonie, wo sie sich gezwungen fühlen, sich gegen die Sabotageversuche der Erwachsenen zu wehren, um ohne Herrschaft überleben zu können

Der Autor dieses Punkfilms ist der 26  jährige Punker und  Regie studierte Matthias (Matze). Seit mehreren Jahren arbeitet er an seinem Filmprojekt und will dieses durch Crowdfunding finanzieren. Dass dieser Weg nicht leicht ist, ist bestimmt vielen klar. Um seinen Traum, den Film in die Kinos zu bringen zu verwirklichen,  hofft er auf viel Unterstützung. In einer Facebook Gruppe mit bis zu 10 000 Usern, wirbt er täglich für seinen Film und hofft das die Menschen spenden.

Interview Fragen:

  1. Wovon handelt der Film? 

Im Jahr 2089 fühlen sich pazifische Kinder gezwungen, von einer terrorisierenden Erwachsenendiktatur auf eine geheime Inselkolonie zu flüchten, wo sie versuchen, friedlich und herrschaftslos zu überleben, während sie gezwungen sind, den Sabotageversuche der Erwachsenen Widerstand zu leisten, welche drohen, ihre utopischen Inselträume zu zerschmettern.

Schon bald merken sie, dass sie vom Aussterben bedroht sind…

2. Wie bist du darauf gekommen, diesen Film zu machen und warum willst du ihn machen?

Es gibt verschiedene Faktoren, die sich zu der Idee als Ganzes ergänzt haben. Zum einen gibt es die Idee an sich. Zum anderen die Gelegenheit, diese Idee auch umzusetzen.

Ich erzähl erstmal davon, wie es zur Idee gekommen ist. In meiner Kindheit war ich früher oft auf Festivals unterwegs. Dort hat mich das solidarische Geben und Nehmen zwischen den Festivalbesuchern sehr fasziniert. Menschen gaben, Menschen nahmen. Wenn Menschen nach Essen oder Getränke fragten, dann bekamen sie diese auch. So kam es dass man mal derjenige war, der gegeben hat und mal der, der genommen hat, je nachdem wie die Situation war. Im Endeffekt glich sich alles irgendwie aus. Es kam mir so vor, als hätte jeder gleich viel und jeder genau den Proviant, welchen die Person zu dem Zeitpunkt gefehlt hatte. Das faszinierte mich, dass sich quasi ganz von selbst ein System des ausgeglichenen Nehmens ergeben hatte, ohne dass es irgendjemand zur Sprache bringen musste. Es lief ganz von selbst.

Insgesamt fühlte ich mich in dieser großzügigen Atmosphäre sehr wohl und fragte mich, warum es denn nicht auf der ganzen Welt so sein könnte.

Ein paar Jahre später begann mein Regiestudium in München. Wir bekamen im Dramaturgieunterricht, die Aufgabe, eine Synopsis zu einer erfundenen Filmidee zu schreiben. Das ist quasi die Handlung eines Films auf eine Seite zusammen gefasst. Eine ähnliche Beschreibung wie die, die man auf dem Rücken einer DVD finden könnte, aber natürlich nur, wenn man diese DVD auch umdreht.

Anfangs wollte ich unbedingt Klischees miteinander verbinden und hatte mir vorgestellt die Auseinandersetzung zwischen Punks und Nazis als Thema zu nehmen. Ich hatte einige Szenen vom Film “Der Pianist” im Kopf, der mich damals schon sehr geschockt hatte und wollte eine ähnliche Situation wieder aufgreifen. Was wäre, wenn es zum Vierten Reich kommen würde? Zu einer braunen Renaissance? So ersetzte ich das Thema der Verfolgung von Juden und politischen Gegnern durch die Verfolgung von Punks. Was würde man machen, wenn man ständig vom Leben bedroht wäre und keine Chance hätte, sich zu wehren. Man würde flüchten. Wo könnten sie hinflüchten? Da kam mir die Idee der Insel und dann fiel mir ein, dass diese Insel extrem faszinieren müsste, so wie mich die Atmosphäre auf den Festivals auch begeisterte. Dann war mir natürlich auch klar, dass die Inselbewohner natürlich irgendwie versorgt sein müssten. Es ergab sich die Idee, dass eine geheime Organisation diese Insel anfangs unterstütz und daraus ergaben sich weitere Idee, die letztendlich zu einem Treatment führten: Ein dialogloses Drehbuch, welches grob die Handlung jeder einzelnen Szene in 5 Sätzen wiedergibt.

So entwickelten sich die Ideen weiter.

Dann hatte ich im Jahre 2012 mein Pflichtpraktikum bei der Firma Roll Call Pictures bzw. bei der Produzentin Heide Fliegner, bei dem ich die Texte eines experimentellen Spielfilms auf Englisch übersetzt, eingesprochen und gemischt habe. Wir kamen dann in einer Unterhaltung während der Arbeit auf die Frage, was ich denn später für Filme drehen wollen würde? Will ich erfolgreich sein und mein Geld verdienen, aber dafür mehr Kreativität opfern, oder möchte ich mich ganz der Kreativität widmen und unbekannte Filme drehen, die nur auf kleinen Filmfestivals erscheinen würden? Da meinte ich, dass es doch möglich sein müsste, beides hin zu bekommen. Dann fragte Heide, ob ich ihr ein Drehbuch von mir zeigen könnte, im Falle dass man diese Idee umsetzen könnte. Ich gab ihr das Treatment. Sie fand es gut.

Nach längerer Überlegung wurde aus den Punks Kindern und aus den Nazis Erwachsene. Das soll jetzt keines Falls heißen, dass ich pauschal alle Erwachsenen mit Nazis vergleiche. Ich bin ja auch selbst einer, auch wenn ich mich nicht so fühle. Es war eher ein ändern der Idee von der eher plakativen und oberflächlichen Punks vs. Nazis Idee zu der neuen Idee, den schon ewig andauernden Generationskonflikt zu beleuchten. Wichtig ist die Symbolik, die dahinter steckt:

An sich waren ja Punks damals nichts anderes als Kinder und Jugendliche, die mit der Gesellschaft ihrer Vorgängergeneration nicht einverstanden waren.

Unzufrieden mit den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, kämpften Kinder und Jugendliche um ihre Existenz und schafften eine klare Trennlinie zwischen der von ihnen erwarteten Norm und ihrer eigenen Individualität und brachten dabei alles, was ihnen nicht passte, lautstark zum Ausdruck.

Und von dieser Idee aus habe ich dann weiter voran gearbeitet.

 

 

  1. Was bedeutet der Name „Island of Individuals“ für dich was willst du damit zum Ausdruck bringen

Island of Individuals heißt wörtlich übersetzt: „Insel der Individuen“. Oft kommt man sich als Individuum auch so abgeschottet vor, dass man sich selbst oft wie eine einsame Insel fühlt. Und diese Kinder kommen genauso mit der Erwachsenengeneration nicht zurecht und flüchten deshalb quasi zu sich selbst, also auf eine einsame Insel, wo sie selbst wieder zu sich finden. Es ist, nicht nur für die Inselkinder, sondern auch für uns, auch immer wieder ein Kampf, auf dieser Insel zu bleiben, ohne mit der Masse in dem Meer mit zu schwimmen, welches diese Insel umgibt.

 

  1. Was erwartest du dir von diesem Film?

Durch auffällige Kostümierung versuche ich dar zu stellen, wie Dinge wirklich sind, indem ich die Figuren nicht immer so handeln lasse, wie sie aussehen. Es gibt so viele Leute, die von negativen Vorurteilen und Klischees so geblendet sind, dass sie von einer Person, die in einer bestimmten Art und Weise aussieht, gleich zu wissen meint, wie diese Person wirklich ist. Dass das nicht so ist, möchte ich hier zeigen und ich denke, je weniger Menschen andere nach ihrem Aussehen beurteilen, desto weniger intolerant sind die diesen Menschen gegenüber. So möchte ich meinen Beitrag beim Kampf gegen Intoleranz unter anderem auch leisten. Heute wurde ein Flüchtlingsheim mit einer Granate beworfen. Es geht zu weit und ich möchte dass das aufhört.

Ich erhoffe und erwarte viele weitere Dinge. Dass alle Botschaften, die ich verbreiten möchte, bei möglichst vielen Menschen ankommen. Sie sollen zu positiver Veränderung beitragen durch das erwecken von Sympathie gegenüber anders denkenden, denn erst dann würde auf ihre Wünsche auch Rücksicht genommen, da man diese ernst nehmen und nicht für verrückt halten würde.

Was ich mir allerdings auch wünsche, ist dass ich auf keine der Ideen, die ich im Drehbuch eingebaut habe, verzichten muss. Denn jede einzelne ausgefallene Idee trägt zum Gesamtbild des Films bei, welches die Faszination für die Traumwelt der Kinder erwecken soll. Klar, kann man die selbe Message auch komplett anders rüber bringen und man könnte auch sagen, man verzichtet mal auf ne Kamerafahrt, die ein bisschen Schwung in die Szene bringt, aber wenn man hier ne Fahrt weg lässt, da auf den ein oder anderen Special Effect verzichtet, hier die Farbkorrektur etwas weniger aufwendig gestaltet, dann fehlt es im Gesamten am Ende an genau den Dingen, welche die Einzigartigkeit des Films ausmacht. Der Film würde dann die Message rüber bringen, aber auf einer langweiligen, monotonen und weniger überzeugenden Weise. Je außergewöhnlicher und interessanter der Film, umso schöner wird es für das Auge sein, ihn an zu schauen und umso faszinierender und überzeugender kann dieser Film im Endeffekt dann sein.

Ich erhoffe mir vom Film, dass die Bilder in meinem Kopf Wirklichkeit werden können, damit ich diese und damit auch meine Begeisterung für diese Welt mit euch teilen kann.

Auch möchte ich den Traum einer herrschaftslosen Welt aufrecht erhalten, verständlich machen und soweit wie möglich darstellen. Dazu zitiere ich von unsem Song “Gutmensch”: Der Weg der ist das Ziel. Ich geb den Traum nie auf. Das Ziel das ist unmöglich, doch der Weg der geht Berg auf.

 

  1. Was sind denn genau deine Ideen, auf die du nicht verzichten willst?

Da gibt es viel zu nennen. Im Grunde ist die Insel Knallbunt (hohe Sättigung, intensive Farben) während die Erwachsenenwelt im Kontrast zur farbenfrohen Insel im grauen Sin City Look dargestellt wird. Farben drücken symbolisch die Individualität, also die Insel jedes Menschen, aus. Diese zeigt sich in Form von Farbflecken auf der Kleidung der Kinder. Farbflecken, da sie in der Erwachsenenwelt ihre Individualität nicht vollständig entfalten können.

Es gibt eine Szene, in der Unbekannte einen Zeltplatz anzünden. Hierzu habe ich immer die Bilder aus Harry Potter 4 im Kopf, in der die Dementoren im Anschluss des Quidditch Turniers alle Menschen auf dem Zeltplatz attackieren und alle panisch in verschiedene Richtungen flüchten.

Nicht nur die Gestaltung der Insel ist aufwändig, sondern auch die postapokalyptische umweltverseuchte Welt der Erwachsenen. Das mit Müll gefüllte Meer ist knallrot gefärbt von den zahlreich gejagden Meerestieren. Scharfe Gebirgsspitzen ragen aus dem Wasser bedrohlich hervor, welche seit des Meeresspiegelanstiegs aufgrund der Eiskappenverschmelzung kaum noch zu sehen sind. Giftgrüner Regen und neongrüne Abgase verpesten die Umwelt. Um auch das Thema der Umweltverschmutzung zu kritisieren, ohne die Umwelt selbst zu verschmutzen, sind hier aufwände Specialeffects nötig.

Ansonsten sind etliche leerstehende Züge außer Betrieb, weil sich die Leute nur noch von Raum zu Raum beamen, während alle obdachlosen Menschen auf den Straßen verhungern, die Insel ist von 10 000 Leuten bevölkert, zumindest muss der Film diesen Eindruck suggerieren und er spielt in der Zukunft. Zahlreiche technischen Errungenschaften und Gebäude dürfen natürlich auch nicht fehlen, sonst wäre der Film viel zu unrealistisch. Er wird auf jeden Fall sehr aufwendig in der Postproduktion und deshalb wird sicher auch viel in der Greenbox gedreht werden und daher werden einige Ideen auch nicht gerade günstig umzusetzen sein.

Und das ist nur die Spitze des Eisbergs der aufwändigen Ideen.

 

  1. Wie finanzierst du diesen Film?

Durch Crowdfunding: Eine Onlinespendenkampagne, in der Unterstützer innerhalb eines bestimmten Zeitraums, die Gelegenheit haben für das Projekt zu spenden. Je nachdem wer wieviel spendet, bekommt diese Person einen Dank dafür: eine DVD, ein Plakat, oder sogar die Gelegenheit das Set zu besuchen und das komplette Filmteam kennen zu lernen. Ich möchte insgesamt 25 000 € durch das Crowdfunding zusammen bekommen. Das ist die Menge an Geld, welches ich brauche, um die ausgefallenen Ideen für den Film umzusetzen.

Ansonsten kostet ein Film durchschnittlich insgesamt um die 300 000 €.

Diese Kosten sind die üblichen Kosten, die man eh braucht, um einen Spielfilm überhaupt drehen zu kennen. Außenstehende wissen sicher nicht, wieviel Geld hinter einem riesen Filmprojekt steckt.

Wenn man bedenkt, dass jeder einzelner Prozess viel Geld kostet, kommen insgesamt, für Preproduktion, Drehbuch, Schauspieler, Miete für ein Greenboxstudio, Posproduktion, Freistellung, Schnitt, Rohschnitt, Feinschnitt, Color Grading, Premix, Sound Design, Fim Score, Songs, Soundprojekte, Mischen, Test Screening, Catering, etc. , dann merkt man schnell, dass ein Film ein kostspieliges Unterfangen ist.

 

Wenn das Ziel nicht erreicht wird, investieren wir das Geld, welches zusammen gekommen ist, in das Projekt. Wir würden leider, wenn das Ziel nicht erreicht werden sollte, auf Investoren angewiesen sein, dessen Hauptinteresse darin besteht, den Film als Produkt zu verkaufen und diese werden, da sie viel Geld eingesetzt haben, auch im Projekt mitreden wollen und deshalb auch endgültige Entscheidungen treffen können, welche schädlich für das Projekt sein würden. Sie würden nämlich an eine Zielgruppe gerichtet sein, die für den Film ursprünglich nicht angedacht ist und dies würde viele Ideen und auch die Traumwelt in einigerlei Hinsicht zerstören. Davor habe ich Angst.

Nichts desto trotz werde ich um jede Idee kämpfen und schauen dass ich hier stur und dort flexibel bleibe, je nachdem wie wo was nötig ist. Es ist jetzt schon ein Kampf und das wird es weiterhin auch bleiben.

Den Rest des Filmbudgets finanzieren wir durch eingenommenes Geld der Kundenprojekte von der Firma Roll Call Pictures, Sponsoren und desweiteren auch durch selbstverdientes und zusammen gespartes Geld.

 

  1. Hast du da Schwierigkeiten bzw. spenden viele was und wie kommt das Projekt bei den Leuten an?

 

Es gibt Anfangsschwierigkeiten. Der Balken, welcher die Menge des angesammelten Geldes anzeigt, geht nur in sehr kleinen Schritten voran.

 

Das könnte sich ruckzuck ändern, wenn die Leute wirklich hinter dem Projekt stehen. Ich habe eine Facebookgruppe gegründet, in der sich fast 10 000 Leute befinden. Wenn jeder dieser Menschen 2,50 € spenden würde, dann wäre das Ziel locker erreicht. Ich habe ausprobiert, ob man die Menge spenden kann. Leider geht es nicht. Deshalb müsste jeder wohl ab 5 € aufwärts spenden, um das Ziel zu erreichen. Jeder kann es schaffen diese 5 € zusammen zu treiben. Bisschen weniger teuer einkaufen oder ein paar Bier weniger trinken und schon hat man das Geld zur Verfügung, um ein super cooles Projekt für nen guten Zweck zu unterstützen, um gemeinsam für positive Veränderung beizutragen. Keiner müsste 10, 15, 10 , 500 € spenden, wenn jeder einen kleinen Teil dazu beitragen. Es ist relativ simpel, nur die Frage ist, wie man die Menschen am besten zum Spenden, Teilen, etc. motiviert. Zwingen kann man keinen. Man kann die Menschen für das Projekt nur begeistern.

Wenn wir feststellen, dass wir bei der momentanen Zielgruppe der Punks, Antifaschisten, gesellschaftskritischen Menschen, etc. nicht das Geld zusammen bekommen, dann wird das auch nicht die Zielgruppe sein, die hinter dem Projekt steht. Wenn diese Menschen jetzt schon keine 5 € für das Projekt spenden, dann würden sie erst recht keine 8 – 12 € für den Kinoeintritt zahlen, was bedeuten würde, dass wir im Nachhinein ziemliche Verluste machen müssten, da ja durch Vertrieb / Kinovorstellung das Geld, welches wir ausgegeben haben, wieder reinkommen würde.

Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Leute, die hinter uns stehen. Wir können es uns nicht leisten, Verluste zu machen und der Film wird gedreht. Heide sprach auch schon davon, einen Regisseur mit einzubringen, der einen Namen hat. Dann hätte ich erst recht weniger kreativen Einfluss und endgültige Entscheidungen würden andere treffen.

Die meisten Menschen, die ich kenne, sind Teil der Punkkultur. Hier ist es oft der Fall, dass da der ein oder andere etwas vergesslich ist oder das Geld gerade nicht zu Verfügung hat, anders beschäftigt ist oder selbst zu kämpfen hat. Das ist auch sehr verständlich.

Nichtsdestotrotz ist es immer noch so, wenn dass die Ideen nicht umgesetzt werden können, wenn die Mittel fehlen. Leider ist das so und leider haben wir da auch keine andere Wahl.

Deshalb sind wir auf euch als Unterstützer angewiesen. Ihr habt die Macht darüber, zu entscheiden, wie dieser Film aussehen kann und ich hoffe, dass ich am Ende einen Film gedreht habe, mit dem ich zufrieden sein kann. Heide kann produzieren und richtige Entscheidungen treffen, um einen erfolgreichen Film zu drehen, da sie weiß, was die Masse des breiteren Publikums gut findet, allerdings würden wir dann auf vieles verzichten müssen, welches meiner Meinung nach den Film außergewöhnlich macht und wichtig ist und ich möchte auf keinen Fall einen unbedeutenden 0815 Film machen, sondern einen Film, der so anders und neu ist, dass er richtig bekannt wird und viele Menschen erreicht und an sich auch viel erreicht. Der Film sollte schon seinen eigenen Stil haben.

Kunst nur auf das Publikum anzupassen ist auch keine Kunst mehr. An sich ist gelungene Kunst meistens die, dass man etwas schafft, was einem gefällt und das Publikum sich automatisch dafür begeistert, nicht wenn man von vornherein schon an den Verdienst denkt und was die meisten Leute hören wollen.

Das müsst ihr entscheiden. Viele kennen mich ja, kennen meine Einstellung, unsere Band: Umluft 180. Diese Gefühle, die mich bewegen, möchte ich auch weiter künstlerisch umsetzen.

 

  1. Du warst im letzten Jahr schon einmal zum Dreh für Filmaufnahmen in den USA. Was habt ihr dort gemacht bzw wie weit seid Ihr schon mit dem Film? Was plant Ihr noch?

 

In USA ging es erstmal darum, das Drehbuch fertig zu schreiben, damit wir uns weiter um den Drehplan, Businessplan, Investors Plan kümmern könnte. Ich habe mir nach der Fertigstellung unserer letzten Drehbuchversion Bilderbeispiele zu den einzelnen Szenen, Figuren, Kostümen, Requisiten für jede Szene rausgesucht. Wir haben Stellen markiert, in denen Special Effects vorkommen und haben darüber diskutiert, was wir und was wir nicht umsetzen können. Da gab es schon die ersten Schwierigkeiten, denn bei vielen Dingen, die mir sehr am Herz lagen, meinte die Heide, dass das mit den Mitteln, die wir haben, nicht möglich sei. Dann habe ich einen Drehplan zum Drehbuch soweit wie es möglich war erstellt  (weil wir noch keine feststehenden Drehorte haben), also quasi eine Auflistung der Requisiten, Schauspieler, etc., die in jeder Szene vorkommen. Wir haben einer Castingagentin meine Vorstellungen von Schauspielern und ihrem Charakter zugeschickt, mit den Agenten von Dead Kennedys Sänger Jello Biafra und Campino der Toten Hosen korrespondiert und uns mit Investoren getroffen, denen wir das Projekt vorgestellt haben. Einige waren dazu bereit, Geld zu investieren. Nebenbei stand noch die Organisation des Crowdfundingteasers, das kümmern um andere Kundenprojekte und die tägliche Betreuung der Facebookgruppe (was leider aufgrund der Menge der anderen Dinge, die anstanden, nicht so häufig möglich war. Wir arbeiteten hierbei jeden Tag von morgens bis Abends, bis wir uns irgendwann dazu entschlossen, es auf 6 Tage die Woche zu beschränken, da ich anfangs schon Andeutungen von einem Burn Out bekommen hatte. Es war eine schwere Zeit, die mit viel Stress verbunden war und auch schwer, da ich noch von meinem Umzug von Deutschland nach USA vom Jahre 2002 offenbar stärker traumatisiert war als ich dachte. Nebenbei sind wir mit unserem kompletten Büro in ein neues Gebäude eingezogen, welches wir selbst renoviert und auf Vordermann gebracht haben. Letzten Endes drehten wir den Teaser für das Crowdfundingprojekt, für den wir kein Budget zu Verfügung hatte. Diesen Schnitt ich dann fertig. Er vermittelt nur einen Eindruck, in welche Richtung, der Film bildlich gehen soll, allerdings stellt es nicht den Film da, wie er später sein wird.

Was planen wir noch? Mithilfe des Crowdfundings schaffen wir uns die Mittel, um den Film umzusetzen. Ich fliege anfangs Februar wieder nach USA zurück. Als erstes steht die Finalisierung des Drehbuches an. Hierzu brauchen wir 1000 €, um die erfahrene Scriptdoktorin Stephanie Byers zu bezahlen, die mir hilft, das Drehbuch so umzusetzen, dass es sowohl die nötigen Botschaften rüber bringt, als auch eine Excellent-Bewertung in den 5 verschiedenen Kategorien: Konzept, Plot, Charakter, Dialog, Struktur erreicht. Diese Bewertung ist die offizielle Bewertung, in der alle Hollywood Drehbücher bewertet werden. Wobei ich mich bei manchen Hollywoodfilme echt frage, wieso es diese Filme ins Kino geschafft haben. Bei manchem inhaltslosen Actionfilm kann man da oft nur den Kopf schütteln. Auf jeden Fall geht es darum, mit meinem Einverständnis einen Film zu drehen, der professionell hochwertig sein wird.

Nachdem ich das Drehbuch fertig geschrieben habe, erstellen wir ein Storyboard zum Film. Dann wissen wir, welche Kamereinstellungen wir brauchen, welche Objektive, wo welche Special Effects benötigt werden, usw. Wenn wir das haben, können wir schon den ersten Finanzplan erstellen während wir Schauspieler casten und nach Drehorten suchen. Sobald wir die haben, kann der Drehplan fertig gestellt werden. Das Team wird zusammen gestellt, die Schauspielfrage geklärt, alle weiteren Vorhaben mit Mitgliedern des Teams geplant und besprochen und dann kann es mit dem Dreh losgehen. Den Film werden wir einen Monat lang drehen. Die Postproduktion könnte aufgrund der aufwendigen Effekte bis zu 2 Jahre dauern. Eventuell auch etwas mehr.

Wir können nicht genau voraussagen, bis wann wir die Mittel haben, deshalb können wir auch nicht genau voraussagen, wann der Film letztendlich fertig sein wird. Wir können nur grob schätzen, dass er in ca 3 oder 4 Jahre dann in den Kinos erscheinen wird.

  1. Wer hilft dir bei dem Projekt?

Bei dem Projekt hilft mir Heide Fliegner, bei der ich mein Praktikum ja absolviert hatte. Diese hat Jahre lange Filmerfahrung, weil sie über 200 Werbefilme, zahlreiche Dokumentarfilme, Kurzfilme und neuerdings auch Spielfilme gedreht hatte. Für viele Projekte gewann sie Preise, wie z.B. den Golden Remy Award, welchen auch Steven Spielberg, George Lucas und David Fincher bekommen haben. Desweiteren hat sie auch schon mit berühmten A-List Schauspielern zusammen gedreht wie Robert Loggia, Eric Roberts und Udo Kier.

Die zweite Person im Team ist Jim Riley, ein Drehbuchautor, der bei der Pepperdine University studiert hat. Dieser hilft mir zusammen mit Heide, mein Drehbuch auf den besten Stand zu bringen, indem sie mir andauernd Vorschläge geben, was ich einbauen könnte. Ich überlege mir dann, wie ich das mit meinen bisher vorhandenen Ideen und Botschaften verknüpfen kann und finde dann nachdem ich paar Nächte darüber geschlafen habe, eine Lösung dafür.

In USA war ebenfalls Heides Praktikant Valentin Khuen dabei, welcher uns in vielen Dingen geholfen hatte, für die uns die Zeit gefehlt haben. Er hat auch viele gute Ideen beigesteuert und ein gutes Filmverständis. Sein Lieblingsregisseur: David Fincher.

Um seinen Traum um zusetzten investiert der junge Punker sehr viel und braucht eure Unterstützung!!

http://islandofindividuals.com/ 

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