G20 Proteste 2017 in Hamburg

Am 07.07.2017 – 08.07.2017 findet in Hamburg der G20 Gipfel statt. In der Woche vom 03.07 – 09.07.27 wird es mehrere Protestkundgebungen gegen den Gipfel geben. Zu den Protesten werden mehrere Zehntausend Demonstranten erwartet.

Eindrücke nach mehreren Tagen Ausschreitungen und Demonstrationen in der Schanze.

No one Forgotten, Nothing forgiven“ Demonstration in Hamburg Harburg

Am Sonntag, den 09.07. fand in Hamburg Harburg die letzte Demonstration rund um den G20 Gipfel statt. Diese ging zur Gefangenenstelle (GESA) die extra für den G20 Gipfel aufgebaut wurde und in der bis zu 400 Personen drin Platz finden können. Die Demonstration verlief ohne große Zwischenfälle. Als ein offensichtlich rechter Passant die Demonstration angriff ging die Polizei dazwischen. Im laufe des Tages gab es mehrere Meldungen von Naziaktivitäten in Hamburg Harburg und im Schanzenviertel.

Weitere Krawallnacht im Schanzenviertel

Nachdem am Mittag die Großdemo „G20 not Welcome“ mit bis zu 80. 000 Menschen friedlich stattfand, feierten noch viele Menschen am Millerntorplatz und in der Schanze. Gegen 19 Uhr zog dann immer mehr Polizei durch die Schanze, die Stimmung war immer noch ruhig und es sah eher nach Straßenfest aus. Immer wieder gingen BFE und USK Einheiten in der Nähe der Roten Flora in die friedliche Menschenmenge rein und jagte die Menschen in alle Richtungen und nahm vereinzelt Menschen fest. Es wurde „Haut ab“ und „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ skandiert, es flogen vereinzelt Flaschen. Nachdem sich die Lage beruhigte,  zog laut mehreren Aussagen am neuen Pferdemarkt immer mehr Kräfte auf, unter anderem auch Wasserwerfer und Räumpanzer. Immer wieder wurden Flaschen geworfen und Wasserwerfer eingesetzt.

Gegen 24 Uhr tauchte dann auch wieder das SEK am neuen Pferdemarkt auf. Mit Maschienenpistolen bewaffnet standen sie in der Menschenmenge. Auch der schusssichere und für Ausnahmezustände extra hergestellte „Surviver“, stand in diesem Bereich.  Am neuen Pferdemakrt war trotz des martialischen Auftreten des SEK´s Partystimmung. Es waren viele betrunkene Leute vor Ort, die sich um das SEK stellten und auch den „Surviver“ blockierten.

Im Bereich der Schanze und der Roten Flora hörte man immer öfter Böller explodieren. Die Polizei versperrte großräumig den Bereich, nur Journalisten und vereinzelt Anwohner wurden durchgelassen. Vor der Roten Flora waren nicht viele Menschen und es sah auch nicht, wie am Vorabend, aus, als Autonome für mehrere Stunden die Straßen unter Kontrolle hatten. Auch hier waren viele Betrunkene, Schaulustige und vereinzelt vermummte Menschen unterwegs. Die Polizei war vor Ort und räumte die Straße mit Wasserwerfern. Daraufhin verteilten sich viele in die umliegenden Straßen. Vereinzelt wurden Barrikaden gebaut und versucht anzuzünden. Nachdem dies gelang und die Polizei näher kam, zogen die Menschen weiter. Anwohner versuchten die Barrikaden mit Feuerlöscher zu löschen, dies gelang nur teilweise. Die ankommende Polizei ging auch gegen diese Anwohner vor. Später in der Nacht hatten sich wieder mehrere Menschen vor der Roten Flora versammelt. Einige, vermutlich Autonome, aber auch Betrunkene zogen Fahrräder auf die Straße und versuchten sie anzuzünden. Vor Ort dagewesene Anwohner verteilten die Fahrräder wieder auf den Gehweg. Hierbei stritten sie sich mit den Autonomen und Betrunkenen und zerrten gegenseitig an den Fahrrädern und gingen teilweise gegenseitig aufeinander los, wobei die Aggressivität von den Betrunkenen ausging.

Immer wieder stürmte die Polizei die umliegenden und die Straßen vor der Roten Flora. Hierbei wurde auch wahllos auf unbeteiligte, teilweise verängstigte Leute und gegen Journalisten losgegangen. Viele Aktivisten bzw. Betrunkene gingen laut mehreren Aussagen auf Pressevertreter los und warfen Steine auf diese.

Ich habe über Periscope Live übertragen weshalb ich nicht zum fotografieren kam.

„G20 not welcome“ Demonstration

Samstag (08.07.17)

Am Samstag, den 08.07. gingen in der Hamburger Innenstadt bis zu 100 000 Menschen auf die Straße, um gegen den G20 Gipfel zu demonstrieren. Der insgesamt über 1,5 Kilometer lange Demonstrationszug bestand aus mehreren Gruppen und Parteien und lief friedlich vom Hamburger Hauptbahnhof zum Millerntorplatz in St. Pauli. Vereinzelt wurde im Antikapitalistischen Block, der vom antifaschistischem und kommunistischem „Ums Ganze“ Bündnis organisiert wurde, Pyrotechnik gezündet. Kurz bevor die Demospitze am Ende der Demo ankam, gab es laut mehrerer Aussagen am Ende der Demonstration kleiner Auseinandersetzungen zwischen einem kommunistischen Block und der Polizei.

Während gegen 15 Uhr am Millerntorplatz mehrere Bands spielen, unter anderem die bekannte Punk Band „Slime“, kam es zum Wasserwerfer Einsatz gegen Demonstranten

 

Heftige Auseinandersetzungen und Straßenschlachten

Freitag(07.07.17)

Um 15 Uhr versammelten sich mehrere tausend Menschen am Millerntorplatz für die sogenannte „zweite Welle“. Also für diejenigen die erst später dazustoßen konnten. Nachdem versucht wurde, eine spontane Demonstration anzumelden und dies von der Polizei nicht genehmigt wurde, gingen die Menschen eigenhändig los Richtung Elbphilharmonie, wo am Abend ein Konzert für Merkel, Trump und Co. stattfand. Die Polizei sperrte viele Nebenstraßen ab und versuchte die Menschen zu verteilen. Immer wieder gab es in Nebenstraßen und vor allem an den Landungsbrücken und in der Hafenstraße teilweise heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Nachdem sich die Lage gegen Nachmittag bis Abend etwas beruhigt hatte, ging gegen 20 Uhr die Meldung um, dass es am neuen Pferdemarkt zum Wasserwerfer Einsatz kommt. Dass es zu stundenlangen und so heftigen Straßenschlachten kommt, damit konnte niemand rechnen. Autonome zündeten Barrikaden an, schmissen mit Böllern und Steinen und hielten so die Polizei stundenlang in Zaum. Auch Läden wurden geplündert. Gegen 12 Uhr stürmte die Polizei die Straßen, die von den Autonomen lange „besetzt“ wurden mit Wasserwerfern, Tränengas und Räumpanzern.  Das SEK stürmte ein Haus bzw. ein Baugerüst und Dächer, auf denen sich Demonstranten befanden.

Im Nachhinein brachten die Ausschreitungen in der linken Szene viele Diskussionen auf, wie schlau es denn sei, im eigenen Stadtviertel zu randalieren und ganze Straßenzüge auseinander zu nehmen. Unter anderem wurde bekannt, dass nicht nur Autonome Linke sondern auch autonome Nationalisten mit randalierten.

 

„Colour the red Zone“

Am frühen Morgen des 07.07. wurde sich in ganz Hamburg getroffen, um die Routen der Gipfelteilnehmer in der Roten Zone zu blockieren. An der S-Bahnstation „Landungsbrücken“ traf sich der „Lila Finger“. Mit etwa 500 Personen wollte man in die Rote Zone gelangen. Nach nur wenigen Metern wurde der sehr motivierte Marsch von der Polizei gestoppt, ein Durchbruchsversuch gelang nicht. Hierbei kam es zu Pfefferspray und Schlagstockeinsatz gegen die Demonstranten. Viele Menschen verteilten sich daraufhin und suchten einen anderen Weg in die Rote Zone. Immer wieder stoppte die Polizei den Zug und es kam zu kleineren Zusammenstößen, bis er in einer Nebenstraße für kurze Zeit gekesselt wurde. Später gab es einen weiteren Treffpunkt des Lila Fingers, aber auch hier gelang es laut mehreren Aussagen nicht, in die rote Zone zu kommen.

Der „Rote Finger“ gelang dagegen auf die Route von US-Präsident Donald Trump und wurde unter anderem mit Wasserwerfern von der Polizei von der Route geräumt. Dennoch musste Donald Trump eine andere und damit längere Route fahren.

Demonstration „Welcome to Hell“ gestoppt

Donnerstag (06.07.17)

Am 06.07 fand in Hamburg  St. Pauli am Fischmarkt  die Demonstration „Welcome to Hell“ mit Konzerten statt. Schon ab 16 Uhr spielten die ersten Bands und es kamen bis zu Demobeginn ca. 10.000 Menschen. Um 19 Uhr stellte sich die Demonstration auf. Viele schwarz gekleidete Menschen stellten sich in Reihen auf und packten Transparente aus. Als die Demonstration losgehen will, wird sie nach gerade einmal 50 Metern gestoppt. Der Grund dafür sind vermummte Demonstranten. Vor dem ersten Block stehen viele Polizisten mit Schildern und Wasserwerfer. Vom Lautsprecherwagen kommt Musik und Durchsagen, die Polizei solle die Provokationen lassen und die Demo loslaufen lassen. Am Rande des ersten Blocks läuft ein mit Sturmhaube vermummter Mann rum. Er pöbelt die Demonstranten an, dass man was gegen „die scheiß Bullen“ machen solle“. Er wird weggeschickt.  Nach Verhandlungen zwischen Veranstalter und Polizei wird vom Lautsprecherwagen durchgesagt, man solle die Vermummung ablegen. Dieser Anweisung folgen viele.

Nach etwa 45 Minuten Warten geht es los. Die Polizei geht in die bis dahin komplett friedliche Demonstration rein. Später wurde erzählt, dass genau der Vermummte, der die Demo anpöbelte, eine Flasche geworfen haben soll, was der Polizei anscheinend zu viel war.

Es wurde ziemlich hektisch. Es fliegen Böller, Flaschen und Fahnenstangen. Menschen laufen voller Angst weg und versuchen die Mauer hoch zu klettern. Die Polizei geht brutal mit Schlagstock, Pfefferspray und Wasserwerfer gegen die Demonstranten und auch gegen hingefallene Personen vor. Viele Menschen laufen Richtung Reeperbahn und Schanze. Die Demonstration wurde vom Veranstalter aufgelöst. Später gab es eine neue Demonstration, die die davor angemeldete Route lang geht. Gegen 24 Uhr kommt es vor der Roten Flora zu Barrikaden-Bau. Die Polizei geht mit Wasserwerfern  gegen die Demonstranten vor, diese antworten teilweise mit Flaschen.

 

Ankunft des Sonderzugs aus Basel

Gestern startete in Basel ein Sonderzug nach Hamburg. Nachdem die Polizei den Zug mit den Demonstranten in Basel am Bahnhof aufhielt und Leuten ausreiseverbot gab, kam der Zug heute Früh um 8:30 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof an, wo die Polizei mit mehreren Beamten und Hunden wartete. Nach kurzer Verzögerung gingen die Demonstranten zur S Bahn und fuhren zum Bahnhof Eidelstädt. Von dort startete eine Demonstration zum No G20 Camp in Hamburg Altona.

Nachttanzdemo „Lieber tanz ich statt G20“

MIttwoch (05.07.17)

Am 05.07.2017 fand in Hamburg im Rahmen der G20 Gipfel Gegenproteste die Nachttanzdemo unter dem Motto „Lieber tanz ich statt G20“ statt. An der Demonstration nahmen über 25000 Menschen teil, die zu Technomusik von mehreren Lautsprecherwägen tanzten. Kurz vor Schluss auf Höhe des Gänsemarktes stoppte die Polizei und es ab vereinzelt kleinere Schubsereien zwischen Demonstranten und der Polizei.

Solidaritätskundgebung in München für die NoG20 Aktivisten

Um die Menschen unterzubringen wurden zwei Protestcamps angemeldet. Nachdem die Gerichte diese erlaubten fingen die Aktivisten an, die Camps am Sonntag, den 02.07 aufzubauen. Am Sonntagabend kam es zu einer Teilräumung des Camps in Entenwerder durch die Polizei, da es nicht erlaubt sei Schlafzelte und Schlaf Utensilien im Camp aufzubauen und zu lagern.  Die Polizei stürmte das Camp, indem sich laut Medienberichten bis zu 600 Personen aufhielten und nahmen 11 Schlafzelte mit.

Am Montag, den 03.07. fand in München eine Solidaritätskundgebung für die Aktivisten in Hamburg mit etwa 40 Teilnehmern statt. In den Redebeiträgen ging es unteranderem um das rechtswidrige Verhalten der Polizei am Sonntagabend.

 

Ab Mittwochabend (05.07.17) werde ich von den Protesten gegen den G20 Gipfel in Hamburg auf Twitter berichten. Diesen Beitrag werde ich immer wieder mit Bildern und Texten aktualisieren.

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